Chronik Schützenverein Römerwall Forstwiesen


Hier möchten wir Ihnen einen kleinen Überblick über die Entwicklung unseres Vereins bis zum heutigen Tag geben. Diese kleine Chronik kann nicht vollständig sein, da bis zum Jahr 1974 überhaupt nicht so etwas wie Buch geführt wurde. Warum auch? Die Leute damals hatten wahrlich andere Sorgen als sich alles aufzuschreiben.

Es war halt ein kleiner Schützenverein auf dem Lande – in einer kleinen Ortschaft mit damals, im Gründungsjahr, vielleicht 100 bis 130 Einwohnern.

Um etwas Freude und Abwechslung ins tägliche Einerlei zu bringen, wurde im Jahre 1928 der Schützenverein „Römerwall“ Forstwiesen gegründet. Das Gründungsjahr wurde uns durch die Gründungsmitglieder Georg Faust, Otto Lutz, Martin Pirkl und Johann Schmalzl überliefert. Außerdem existiert eine Schützenscheibe aus dem Jahre 1929, welche Sie über dem Eingang zum Schießstand sehen.

Als in den 30er Jahren die Nationalsozialisten die Schützenvereine verboten und auflösten, erlitt auch unser Verein dieses Schicksal.
Im Jahre 1952 wurde der Verein wieder aktiviert. Schießlokal war die damalige Gaststätte RaithDer Schießstand war, für heutige Verhältnisse, geradezu abenteuerlich. Durch einen Mauerdurchlass wurde von der Gaststube in das Nebenzimmer geschossen. Der Stand musste zu jedem Schießen extra aufgebaut werden. Holztafeln dienten als seitlicher Schutz für die übrigen Gäste.


Da nur ein Stand zur Verfügung stand, war es nicht verwunderlich, dass bei Wettkämpfen der letzte Schütze erst sehr spät an die Reihe kam. Da die Wartezeit mit ein paar Halben Bier überbrückt wurde, war das Schießergebnis oftmals nicht mehr das Beste.

Als sich die Schließung der Gaststätte Raith abzeichnete, suchte der Verein eine neue Bleibe und fand diese im Anwesen Odenwald.

Dort errichteten die Mitglieder 1965 eine neue Anlage mit 3 Schießständen und einem kleinen gemütlichen Aufenthaltsraum. Schützenmeister war zu diesem Zeitpunkt Josef Zwyrtek. Ihm folgten Alois Repper und ab 1974 Günter Seiffert.


Obwohl 1972 die Teilnahme an den Gaurundenwettkämpfen aufgegeben werden musste, fanden die wöchentlichen Schießabende auch weiterhin statt. Bei Preisschießen, Strohschießen und ähnlichen Veranstaltungen maßen sich die Mitglieder auch weiterhin intern im sportlichen Wettkampf.

Daneben wurde natürlich auch das gesellige Leben gepflegt. Es wurden Weihnachtsfeiern und Vereinsessen abgehalten und das Forstwiesener Ortsteilfest ins Leben gerufen. 1978 und 1988 wurden das 50jährige bzw. 60jährige Jubiläum gefeiert.

Im Jahre 1988 wurde der „reine Männerverein“ zutiefst erschüttert. Per Unterschriftenliste beantragten unsere Frauen die Aufnahme in den Verein. Trotz der Angst um die ruhigen Schafkopf- und Wattabende wurde dem Antrag einhellig zugestimmt.

Es galt aber, ein großes Problem zu lösen, denn das Vereinsheim verfügte über keine ausreichenden Toiletten. Man ging halt nach draußen um die Ecke. Durch einen weiteren Ausbau konnte dieses Problem dann gelöst werden.

Man muss im nachhinein zugeben, dass durch den Beitritt unserer Frauen ein frischer Wind blies und das Vereinsleben noch aktiver wurde. Die gemeinsame Arbeit der Vorstandschaft und aller Mitglieder sowie die unentgeltliche Nutzung des Vereinsheimes führten zu einem kleinen finanziellen Polster.

In dieser Idylle traten 1991 erste Gerüchte über den Verkauf des Anwesens Odenwald auf. So machte man sich erste Gedanken über eine neue Bleibe. Ende 1992 wurde das Schützenheim dann verkauft. Nach den Vorstellungen der neuen Eigentümer sollte der Verein neben einer monatlichen Miete auch für die Instandhaltung des alten Gebäudes aufkommen. Nach einer Hochrechnung der zu erwartenden Kosten in den nächsten 10 Jahren war schnell klar, dass das keine dauerhafte Lösung ist.

Bei der Suche nach einer anderen Unterkunft wurde auch mit der Familie Braun ein Gespräch über die Nutzung einer Halle geführt. Dabei hatte Rudi Bauer die Idee: Hinter dem Anwesen Gottschalk könnte man doch ein Stück vom Acker der Familie Braun für den Schützenverein abtrennen. Die Familie Braun stimmte diesem Vorschlag zu und man wurde sich schnell einig.

Nachdem man sich mit dem Gedanken an einen Neubau angefreundet hatte, ging es an die Finanzierung des Projekts.
Aber woher nehmen und nicht stehlen?
Der Verein selbst verfügte nur über ca. 25.000 DM an Eigenmitteln. Also, musste er sich Geld leihen und das möglichst kostenlos.
Es wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen und die Mitglieder um Spenden und zinslose Darlehen gebeten. Und siehe da, alle Mitglieder standen hinter unserem Neubau, so dass in dieser Versammlung ca. 40.000 DM an Spenden und Darlehen zusammen kamen.

Damit war auch in finanzieller Hinsicht der Weg frei!

Zusammen mit dem 2. Sektionsschützenmeister Hans Pfab wurden Pläne erstellt und eine Bauvoranfrage eingereicht. Mit Unterstützung des Marktes Manching und des 1. Bürgermeisters Albert Huch wurden auch die planerischen Hürden übersprungen und das Projekt vorangetrieben. Als im Mai 1993 durchsickerte, dass die Genehmigung erteilt wird, zog der Verein aus dem alten Heim aus. Vorübergehende Unterkunft gewährte uns das Versuchsgut Baumannshof in einem Gartenhaus und einem alten Luftschutzbunker.

Ende Oktober 1993 war es dann soweit, es konnte mit den Arbeiten begonnen werden.

Am 19.11 1993 erfolgte die offizielle Grundsteinlegung durch den 1. Bürgermeister und nach einer 2wöchigen Kältepause wurde am 04.12.1993 mit den Maurerarbeiten begonnen. Obwohl bis auf wenige Ausnahmen nur samstags gearbeitet wurde, konnte bereits am 08.01.1994 der Dachstuhl gesetzt und ein zünftiger Hebauf gefeiert werden.

Die Mitglieder waren mit so großer Begeisterung bei der Sache, dass oft mehrere Arbeitsgruppen am Werk waren. Ob es an der hervorragenden Verpflegung durch unsere Frauen lag oder dem reichlich gestifteten „Baubier“ der Nobelmarke „Warsteiner“?
Jedenfalls wurde bereits am 25.03.1994 mit dem Innenputz begonnen. Am 09.04.1994 fand die erste große Feier im Schützenheim statt. Unsere Jugend veranstaltete eine super Rohbauparty und der Erlös von ca. 500 DM kam unserer Baukasse zugute.
Nach einer kurzen Hochwasserpause wurde an allen Fronten (Verputz, Estrich, Wasser- und Abwasseranlage) mit Hochdruck weiter gearbeitet.

Unseren Bauleitern Sporer, Förtsch und Zandtner wurde neben der manuellen Arbeit auch die wichtige Aufgabe der Materialbeschaffung und der Arbeitskoordination übertragen. So wurde z. B. als Wassertank ein Bierbehälter aus der ehemaligen DDR eingebaut. Dieser konnte von unserer Troika sehr günstig in Weiden in der Oberpfalz besorgt werden.

Mitte Juni 1994 wurde mit der Montage der Holzdecken begonnen, die Innenputzarbeiten abgeschlossen, die Elektroinstallation vorangetrieben und die Böden gefliest.
Bis Mitte Oktober 1994 konnte der Außenputz aufgebracht, die Inneneinrichtung mit Küche und Eckbank eingebaut und die restlichen Dacharbeiten abgeschlossen werden.

Bereits seit Ende September wurde unser Heim für die Vereinsabende genutzt.

Die Sektionsvorstandschaft setzte uns dann plötzlich unter Zugzwang. Sie wollten am 26. November ihre Weihnachtsfeier in unserem neuen Heim abhalten. Also, musste schnellstens der Schießstand gebaut werden. Durch zusätzliche Arbeit nach Feierabend schafften wir es tatsächlich, die Innenarbeiten rechtzeitig abzuschließen.

Das große Lob der ersten Gäste entschädigte uns für die lange Zeit der Arbeit und Sorgen. Bis zum heutigen Tag wurden über 4.000 Arbeitsstunden von den Mitgliedern geleistet.

Mittlerweile ist auch der Schießbetrieb wieder in vollem Gange und auch für Feste wie Silvester- und Faschingsfeiern wurde das Heim bereits genutzt.


Obwohl die Außenanlagen noch nicht fertiggestellt wurden, war es uns ein großes Anliegen, den kirchlichen Segen für unseren Schützenstand und das Vereinsheim zu erbitten.
Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich mich im Namen des Vereins bei allen bedanken, die uns durch Arbeitskraft, Geräte, Material, finanziellen Mitteln, Rat und Tat bei der Verwirklichung unseres Traumes unterstützt haben.
Ihnen allen ein herzliches Vergeltsgott!